
Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS)
Das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) ist eine neurobiologische Störung die bereits im Kindesalter auftritt. Sie wird im Volksmund auch Zappelphilipp-Syndrom genannt. Wo genau die Ursache für diese Dysfunktion liegt, ist noch nicht restlos geklärt. Untersuchungen haben gezeigt, dass Betroffene in den meisten Fällen einen geringeren Dopaminspiegel (Glückshormon) haben als andere. Symptome sind herumzappeln, Konzentrationsschwäche und Impulsivität. Doch nicht alle Betroffenen sind hyperaktiv. Diese Variante nennt man dann Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom (ADS). Statt zappelig ist ein ADS-Betroffener eher verträumt und phlegmatisch. ADS wird in der Schule seltener erkannt und oft als Faulheit missgedeutet. Für beide Varianten wird auch der Oberbegriff ADHS verwendet. In den letzten Jahren wurde ADHS dank verbesserter Diagnosetechnik vermehrt auch bei Erwachsenen festgestellt. Nach der Pubertät schwächt sich das Zappeln nämlich ab und die Störung ist schwieriger zu erkennen.
ABER: Betroffene von Aufmerksamkeitsstörungen haben auch Stärken, die sie nutzen können.
Auszüge aus einem Zeitungsartikel
Frau B. läuft zur Hochform auf. An diesem Montagmorgen ist wie gewöhnlich viel los. An der Rezeption der kleinen Privatklinik warten Kunden. Das Telefon klingelt. Pausenlos.Trotzdem behält Fr. B. die Übersicht. Mühelos telefoniert sie, bedient gleichzeitig am Tresen die Besuche und nimmt nebenbei Gesprächsfetzen von vorbeieilenden Kolleginnen auf. Mit ihren Multitasking-Fähigkeiten verblüfft sie Kunden und Arbeistkollegen immer wieder. Doch ihrem Vorgestzten sind ihre Fähigkeiten kein Rätsel, denn er weiß: Frau B. hat ADHS.
Über diese Aufmerksamkeitsstörung wird in der Öffentlichkeit immer wieder debattiert.Besonders bei Jugendlichen und Kindern ist das Thema strittig, weil damit auch die Frage der Medikation verbunden ist.Wenig bekannt ist das Krankheitsbild bei Erwachsenen. Viel wissen nämlich gar nicht dass sie betroffen sind und mühsam gelernt , sich anzupassen.
Sich anzupassen, klappe nicht immer sagen die Experten. Die meisten Patienten haben den Umgang mit der Störung nie gelernt und sind mit ihrem Verhalten immer wieder angeeckt. Privat und auch am Arbeitsplatz. Dort zeigen sich die Schwächen der Betroffenen am deutlichsten. Es entstehen Konflikte wegen vergessener Termine, verlorener Dokumente und chaotischer Arbeitsweise. Noch mehr als andere haben ADHSler mit solchen Fehlern Mühe, wenn sie sich nicht für die Arbeit begeistern können oder sich zu einer Tätigkeit überwinden müssen. Ein Coaching wird daher meistens mit einer psychologischen Betreuung begleitet. So soll das Selbstwertgefühl wieder aufgebaut werden. Im Coaching werden häufiige Fehler analysiert und Stratgien entwickelt, wie sie sich vermeiden lassen. Das bringt schon sehr viel. Die Motivation hängt bei ADHS aber auch stark vom Arbeitsumfeld ab. Für die ADHS Forscher liegt der Knackpunkt in der Wertschätzung. Denn für ADHSler ist regelmässiges Lob essenziell. ADHS lässt sich dennoch nie ganz wegtrainieren. Das müsse der Arbeitgeber akzeptieren. Fehler und Schwächen müssen bis zu einem gewissen Grad erlaubt sein. Toleranz ist hier gefragt. Sonst sei es wohl der falsche Arbeitgeber oder der falsche Beruf. Bekommt man die Probleme in den Griff, zeigt sich die versteckte Leistungsfähigkeit eines ADHSlers. Mit der Störung sind viele Begabungen verbunden.Der Erfindergeist von Bill Gates, der auch an ADHS leidet, ist ein gutes Beispiel dafür. Auch kreative Zeitgenossen wie die Schauspieler Jim Carrey und Michelle Rodriguez sind betroffen. Weiterse Stärken von ADHS Betroffenen sind : Sie sind sehr einfühlsam und sensibel für ihr Gegenüber, was sie unter anderem zu geschickten Verkäufern macht. ADHSler leisten in einer optimalen Umgebung wegen ihrer Begeisterungsfähigkeit und ihrem Talent mehr als andere. Viele Betroffene identifizieren sich überdurchschnittlich mit ihrer Arbeit.. Das Ausmass von Begabung und Einschränkung sei allerdings sehr unterschiedlich. Deswegen ist eine Abklärung darüber wichtig, ob und wie sich das ADHS auf die Arbeitsstimmung des Betroffenen auswirke.
Eltern wehren sich immer wieder gegen eine ADHS Abklärung. Aussagen von Eltern wie:" ADHS??? Meine Tochter ist nicht dumm?" sind nicht selten. Mit Intelligenz hat das aber gar nichts zu tun. Höchstens mit einer Lernschwäche, die behandelt werden kann.
Mit Schwung aber lesbar!
Lange war eine schön gezirkelte Schrift das Ideal in den Grundschulen. Heute halten sie immer mehr Lehrer für Unsinn. Ein A ist ein a und ein A ist ein a. Zumindest, wenn man lesen kann. Für Leseanfänger ist das, als sähen sie 4 verschiedene Zeichen. Und das gilt fast für alle Buchstaben des Alphabets Zu viel, verwirrend und unsinnig, heißt es von Lehrern und Wissenschaftlern und so entschlacken immer mehr Schulen den Zeichenwald. Der Grundschulverband fordert:Schluss mit der zweiten normierten Schrift, nämlich der Schreibschrift. Die Lehrerin CH. R. sagt: Ich bin begeistert von der Idee, den Kindern nur noch eine Schrift beizubringen und dies dann zu ihrer persönlichen Handschrift weiterzuentwickeln- ohne den Umweg über die Schreibschrift. Und das soll für alle in Deutschland gelehrten Schreibschriften gelten:
für die Lateinische Ausgangschrift mit den vielen Schnörkeln und Schleifen, genauso wie für die Vereinfachte Ausgangsschrift, die Anfang der 70er JAhre in Westdeutschland entwickelt wurdem und ebenso für die Schulausgangsschrift, die vor allem in Ostdeutschland unterrichtet wird. Die Schreibschrift, so das Argument, stamme aus einer Zeit, in der Lesen und Schreiben als zwei getrennte inhalte gelehrt wurden: Lesen lernte man mit der Druckschrift, schreiben mit der Schreibschrift.Weil heute aber Lesen und Schreiben als eine Einheit gelten, beginnen Lesen und Schreiben mit Druckbuchstaben.Nun stellt der Grundschulverband die Frage: Wie sinnvoll sind zwei Schriften?
Eine normierte Schreibschrift sei keine Voaussetzung für das Erlernen einer flüssigen, zusammenhängenden Handschrift. Die könne auch entwickeln, wer zunächst Druckbuchstaben schreibe, so wie sie täglich von Bildschirm und Display flimmern, auf den Plakaten prangen und Buchseiten ziere.
Herzliche Grüße und Gutes Schaffen
Ihre Ilse-Monica Kohlberger
Praxis für Wahrnnehmungsstörung
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